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8 Tipps für den nachhaltigen Umgang mit Kleidung

Mir ist es wichtig mich nachhaltig anzuziehen. Darum trag ich in meinem beruflichen Alltag jeden Tag das gleiche Outfit. Dadurch muss ich nichts neues kaufen und verschwende keine Ressourcen. Es hat aber auch noch viele weitere Vorteile. Ich verstehe, dass nicht jeder so extrem ist. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten nachhaltig mit seiner Kleidung umzugehen. Darum diese 8 Tipps:

Tipp 1: Geht sorgfältig mit Eurer vorhandenen Kleidung um.

Diese Teile wurden eh schon produziert, es ist gut, wenn ihr sie lange tragen könnt. Und die Teile die ihr gerne anhabt und euch darin wohl fühlt, sind die die ihr ja auch noch lange behalten wollt. Dabei hilft, wenn ihr die Teile gut behandelt, also ihnen ausreichend Platz im Schrank gebt, damit sie nicht verdrücken. Darüberhinaus empfehle ich Knöpfe gleich frisch anzunähen bevor sie abfallen. Sind sie erst weg findet ihr nie wieder einen passenden, und müsst womöglich das ganze Teil weg schmeißen. Entfernt Flecken so schnell wie möglich, damit sie noch gut rausgehen (ich empfehle Gallseife), aber wascht grundsätzlich nur so oft wie es wirklich nötig ist (jeder Waschgang schadet der Wäsche) und nur so lang und so heiß wie nötig.

Ich hoffe mit diesem Tipp habt ihr lange Freude an Eurer vorhandenen Kleidung!

 

Tipp 2: Geh nicht shoppen wenn es Dir schlecht geht!

Man sagt ja, dass man hungrig nicht zum Lebensmitteleinkauf gehen sollte, weil man sonst Sachen kauft die man nicht braucht. Bei Kleidung ist es gleich.

Du hattest einen Scheißtag, du bist schlecht drauf und willst dich mit dem Kauf eines neuen Kleidungsstücks belohnen oder ablenken? Ich sage Dir etwas schmerzhaftes: Nach dem Einkauf hast Du immer noch einen Scheißtag, aber jetzt hast Du auch noch Geld für etwas ausgegeben das Du nicht benötigst!

Der Kauf eines Kleidungsstücks verändert Deine Situation, Dein Leben, oder die Person über die Du dich geärgert hast nicht. Der Kauf eines Kleidungsstücks verändert nur den Aktienkurs eines Textilunternehmens.

 

Tipp 3 lautet: Wähle beim Einkauf sorgfältig aus!

Dieser Tipp hat 2 Aspekte:

  1. Wäge sorgfältig ab wo Du einkaufst. Mit deinem Einkauf entscheidest Du ob es in unseren Innenstädten nur noch Ketten gibt, die dafür sorgen dass die Innenstadt von Tübingen gleich aussieht wie die von Freiburg, oder ob es noch richtige Einzelhandelsläden gibt, vielleicht sogar familiengeführt…
  2. Der 2. Aspekt ist der, dass Du sorgfältig auswählen solltest was Du einkaufst. Kaufe nur Kleidung, die dir wirklich passt, die dir steht, und die mit dem Rest deines Kleiderschranks kompatibel ist. Wenn Du im Laden vor dem Spiegel stehst und denkst „Ach doch, das Teil kauf ich! Bis ich noch 1 kg abgenommen habe passt das perfekt!“, dann kauf das Teil besser nicht. Oder wenn Du denkst „Die Hose passt glaub ich perfekt zu der einen Bluse (aber zu sonst nichts)“, dann wirst Du sie nicht oft anhaben, dabei wurde es mit der gleich Sorgfalt und dem gleichen Ressourcenaufwand produziert wie eines das Du jede Woche anhast. Wenn Du dir unsicher bist dann reserviere das Teil am besten und überlege dir nochmal ob Du es wirklich kaufen möchtest. Denke an Tansy Hoskins mit ihrem treffenden Zitat: Frauen sind ein zu rentabler Markt, als dass man es zulassen könnte, dass sie mit ihrem Körper zufrieden sind.

Heute lautet mein Tipp 4: Geh nicht shoppen wenn es Dir schlecht geht!

Man sagt ja, dass man hungrig nicht zum Lebensmitteleinkauf gehen sollte, weil man sonst Sachen kauft die man nicht braucht. Bei Kleidung ist es gleich.

Du hattest einen Scheißtag, du bist schlecht drauf und willst dich mit dem Kauf eines neuen Kleidungsstücks belohnen oder ablenken? Ich sage Dir etwas schmerzhaftes: Nach dem Einkauf hast Du immer noch einen Scheißtag, aber jetzt hast Du auch noch Geld für etwas ausgegeben das Du nicht benötigst!

Der Kauf eines Kleidungsstücks verändert Deine Situation, Dein Leben, oder die Person über die Du dich geärgert hast nicht. Der Kauf eines Kleidungsstücks verändert nur den Aktienkurs eines Textilunternehmens.

Tipp 5 lautet: Kaufe gute Qualität!

Wenn Du ein neues Teil kaufst sollte es möglichst lange halten. Je länger du es trägst umso nachhaltiger ist es. Das geht aber nur, wenn das Teil auch eine gute Qualität hat. Gute Qualität erkennst Du daran, wenn Du das Kleidungsstück in die Hand nimmst und den Stoff etwas genauer anschaust. Ist er gleichmässig gewebt und kommt in seine ursprüngliche Form zurück, dann hält er sicher auch mehr Wäschen aus als ein Stoff, der schon fast beim blossen anschauen auseinander fällt. Schau dir auch die Nähte genauer an und zieh ein bisschen daran. Die Nähte sollen ja jedes an- und ausziehen aushalten und dürfen nicht aufplatzen. Bei Kleidungsstücken mit Reissverschluß ist es auch wichtig, dass der gut läuft und nicht hakt, sonst ärgerst Du dich jedes mal und schmeisst das Teil sicher bald weg.

Gute Qualität ist vielleicht teurer. Ein T-Shirt von Primark für 5€ hält sicher nicht so lange wie eines für 30€. Aber wenn Du überlegst, dass Du nicht viel Geld ausgeben möchtest solltest Du anstatt des Kaufpreises den Preis pro tragen vergleichen. Das 5€ T-Shirt kannst Du sicher maximal 20 mal waschen bis die Farbe raus ist, die Nähte offen oder es Löcher hat. Somit ist der Preis pro tragen 0,25€. Ein hochwertiges T-Shirt aus festem Stoff für 30€ kannst Du sicher 10 Jahre lang einmal in der Woche anziehen. Dann ist der Preis pro tragen 0,05€. Und das ist doch ein großer Unterschied!

Viel Spaß beim nachhaltigen shoppen, und denk dran: Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das nicht gekauft wird, und somit nicht produziert werden muss!

 

Tipp 6 lautet: Trage Second Hand Kleidung!

Für mich ist das Tragen von Second Hand Kleidung die einfachste und nachhaltigste Möglichkeit. Denn für mich wird keine Kleidung produziert.

Meinen Bedarf decke ich hauptsächlich in einem kleinen Second Hand Laden vor Ort. Der Vorteil ist, dass man mich schon kennt. Es kommt immer wieder vor, dass ich reinkomme, und die Besitzerin sagt: Annette, ich hab das genau passende Teil für Dich! Das ist fast wie personal shopping 🙂 Mein Stil, meine Farben, meine Größen sind dort eben bekannt, und machen das einkaufen ganz einfach.

Ansonsten habe ich auch schon Teile über ebay Kleinanzeigen gekauft. Wenn ich also etwas wirklich brauche, im Second Hand aber nicht finde suche ich gezielt im Umkreis von ein paar Kilometern, und wenn ich etwas passendes finde fahr ich hin und probier das Teil aus. So kann es zu keinen Fehlkäufen kommen.

Eine weitere Möglichkeit ist es einen Klamottentausch Abend zu veranstalten.

Manchmal werde ich gefragt ob ich Second Hand Teile nicht „eklig“ finde. Aber da hab ich echt gar kein Problem damit. Ich wasche die Teile natürlich zu Hause, und ich sag immer: Ich schlaf ja auch in Hotelbettwäsche…

In diesem Sinne wünsche ich euch gute Second Hand Erfahrungen!

 

Tipp 7 lautet: Miete Kleidung!

Dass man Brautkleider mieten kann ist uns allen klar, aber normale Kleidung? Ja, das gibt es auch. Allerdings habe ich dies persönlich noch nie ausprobiert, finde die Idee aber toll. Bei der Kleiderei (ja, wie „Bücherei“) kann man ein Kleider-Abo machen und bekommt so jeden Monat andere Kleider zugeschickt. Für Frauen die sich gerne abwechslungsreich anziehen, aber nicht so viel kaufen wollen ist das echt super. Frauen aus ganz Deutschland bedienen sich sozusagen aus einem großen Kleiderschrank. Find ich super.

Abendmode (für Abiball, Hochzeiten usw.) kann man übrigens bei ganz vielen verschiedenen Anbietern im Internet (notfalls auch Kleider richtig großer Namen für richtig viel Geld, falls das jemandem wichtig ist 🙂 ). Ich habe keines dieser Angebot jemals genutzt.

Der Tipp 8 lautet: kaufe nachhaltige Kleidung!

Ja, es gibt nachhaltige Kleidung. Und faire Kleidung. Und das ist besser als konventionelle Kleidung. Unter konventioneller Kleidung verstehe ich Kleidung deren Rohstoffe in der konventionellen Landwirtschaft angebaut wurden (also unter Benützung von Chemie, oder genmanipuliert), und die unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurde (Arbeitszeiten, Arbeitsausstattung, Gehalt, Schutzmaßnahmen). Und nachhaltige Kleidung ist entsprechend das Gegenteil.

Nun gebe ich aber zu, dass ich noch nie nachhaltige Kleidung gekauft habe. Schließlich kaufe ich momentan gar nichts, und wenn dann Second Hand. Aber ich befürchte, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem ich Second Hand nicht das finde was ich brauche. Und bei meinem reduzierten Kleiderschrank wird es wirklich ein „brauchen“ werden, denn es gibt nicht viele Alternativen. Wenn ich dann also etwas neues kaufen werde, möchte ich das natürlich nachhaltig tun. Im Vorfeld werde ich dann versuchen herauszufinden wie nachhaltig das Teil ist, das ich kaufen möchte. Das geht zum Beispiel hier (Link zuhttps://www.ci-romero.de/kritischer-konsum/siegel-von-a-z/