Mode

Vergleich

10. Februar 2020

Im Jahresbericht der Christlichen Initiative Romero (Link) bin ich auf dieses interessante Schaubild gestoßen, das ich in letzter Zeit auch in Vorträgen zeige. Auch heute im Jahr 2020 müssen wir davon ausgehen, dass jedes konventionell hergestellte Kleidungsstück von Menschen (hauptsächlich Frauen) produziert wird, die von ihrem Lohn nicht würdevoll leben können. Dies sollten wir uns immer wieder vor Augen führen!

Bei einem „fairen“ Shirt liegt der Lohnanteil signifikant höher, macht aber von den Gesamtkosten des T-Shirts immer noch nur einen Bruchteil aus.

Aus diesem Grund setze ich nach wie vor auf Aufklärung einerseits und Verzicht andererseits.

Gerade letzten Samstag ist mir der Verzicht allerdings mal wieder wie eine Bereicherung vorgekommen. Ich war nämlich an einem Samstag Mittag in der nächstgrößere Stadt zum einkaufen. Da ich angefangen hab Sport zu machen habe ich einen Sport-BH benötigt, und Unterwäsche kaufe ich nicht Second Hand. Also habe ich mich ins Getümmel gestürzt. Und ich war geschockt wieviel in Sport- und Kleidungsläden los ist. Es waren unglaublich viele Menschen unterwegs, und es war total anstrengend und nervig. Darum bin ich dann dankbar nach Hause gefahren, dass ich es nicht (mehr) nötig habe mich Samstags durch Läden quälen zu müssen.

 

Quelle: Jahresbericht Christliche Initiative Romero 2019

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Mode | nachhaltiges Outfit

Feiertagsoutfits

17. Januar 2020

Heute zeige ich Euch was ich über die Feiertage getragen habe. Ich war dieses Jahr das erste Mal seit vielen Jahren komplett zu Hause, und hatte relativ lange frei. Somit habe ich 2,5 Wochen genossen die aus lesen, puzzeln, ausschlafen, oft Besuch bekommen, Wellness, viel essen bestanden. Für die faulen Tage hab ich mich natürlich nicht in Schale geschmissen, für die Tage mit Besuch, bzw. schönen Terminen aber schon (natürlich alles Second Hand erworben) ! 🙂

Los ging es am 20.12. mit einem Besuch im SI Centrum bei Aladin. Da trug ich 2 alte Bekannte, meinen Lieblingsjeansrock und das rosa Longsleeve, das ich seit ein paar Jahren habe.

Am 21.12. waren wir beim Geburtstag einer Freundin eingeladen. Dort trug ich wieder meinen Jeansrock. Dazu ein Sommertop mit coolem grauem Print und meine besondere Strickjacke, die ich vor über 10 Jahren in einem Second Hand Laden in Tübingen gekauft habe. Diese Teile hatte ich in der Kombination noch nie an, habe mich aber sehr wohl darin gefühlt.

Dann kam der Heiligabend. Da trug ich das graue Etuikleid, das ich in der Lila Raute gekauft habe. Da ich keinen Blazer habe der dazu passt (meine waren mir zu wenig chic) habe ich von meiner Freundin Uta einen ausgeliehen. Das sah sehr hübsch aus, das Kleid passt mir super und ich habe mich wohl gefühlt (nächstes Mal würde ich aber rückblickend schwarze Strumpfhosen dazu anziehen).

Am 1. Feiertag habe ich dann nochmal den ausgeliehenen Blazer angezogen und mit meiner Skinny Jeans kombiniert. Dazu trug ich die transparente Bluse, die ich liebe aber selten an habe (hier sieht man sie ein bisschen besser). Zusammen mit den Stiefeln (die ich seit Jahren habe, aber irgendwie dieses Jahr wieder entdecke) hat mir diese Outfit von allen „Weihnachtsoutfits“ am besten gefallen.

Das nächste Highlight war ein Besuch von Freunden zum „Christbaum loben“. Da trug ich das Oversized Shirt aus der Lila Raute und meine Skinny Jeans.

Und dann folgte natürlich noch Silvester. Da trug ich das Minikleid das ich im Sommer meiner Freundin Anja abgekauft habe. Es ist aus ganz weichem Sweatstoff, sitzt super, und ich liebe es (somit Favorit Nr. 2).

Soweit mal die Outfits der letzten Wochen 🙂

 

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Mode

Wochenendoutfits

2. November 2019

Heute zeig ich Euch mal wieder ein paar Outfits der letzten Wochenenden.

Das hier hatte ich bei einem Konzert an (im Raum wars sehr warm). Das rosafarbene Top habe ich schon vor ein paar Jahren Second Hand gekauft, die Jeans erst vor ein paar Wochen (im Second Hand Laden meines Vertrauens).

Dieses Outfit hatte ich auch an Silvester an, und jetzt war es für ein Konzert mal wieder dran. Mein geliebter Second Hand Jeansrock, zusammen mit einem halbtransparenten Oberteil meiner lieben Freundin Anja.

Dieses tolle Kleid hatte ich kürzlich bei einem runden Geburtstag an. Ich habe es auch von meiner Freundin Anja abgekauft. Zusammen mit den Second Hand Boots (die hatte ich an dem Tag zum ersten Mal an, obwohl ich sie schon im Mai gekauft habe), und meiner Handtasche, die ich aufgrund des Musters und der Farbe vor allem im Herbst trage find ich das ein tolles, sportlich elegantes Outfit.

Hier mal wieder mein Jeansrock 🙂 zusammen mit einem Pullover den ich gleichzeitig mit der Jeans von oben gekauft habe. Er ist mit silbrigen Fäden gewebt, und gefällt mir total gut.

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Mode

Herbstoutfit

13. Oktober 2019

Ich war kürzlich im Second Hand Laden um nach schwarzen Hosen zu schauen. Da ich einige kg abgenommen habe und ich meine schwarzen Hosen jeden Tag trage brauchte ich dringend neue. Ich habe eine super passende Stoffhose gefunden, und die Jeans die ich auf dem Foto anhabe auch. Und den silbergrauen Pulli hab ich auch gefunden, und ich liebe ihn!

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Allgemein | Mode

Second Hand macht glücklich

13. November 2018

Am Wochenende war ich auf einem tollen Konzert. Und ich hatte Lust mich richtig chic zu machen. In meinen Vorträgen sag ich ja, dass ich es nachvollziehen kann, wenn frau sich in den richtigen Klamotten besser fühlt. Aber ich sag ja auch, dass frau nicht deswegen neue Kleidungsstücke kaufen sollte. Und als ich mein Outfit, in dem ich mich wirklich super gefühlt habe fotografiert habe, hab ich gemerkt: Es ist alles Second Hand! 🙂

Die Weste hab ich vor ca. 6 Monaten im Second Hand Laden gekauft, da ich die Farbe und die Form toll fand, ich hatte sie aber noch nie an. Das Top, auch aus dem Second Hand Laden hab ich schon ewig, und auch oft an. Die Handtasche ist eine Vintage Operntasche, die Schuhe sind Second Hand von meiner Freundin. Und den Rock hab ich vor 2 Wochen im Second Hand Laden gekauft. Ich hatte früher Jeans Röcke, die mir alle aber nicht mehr passen, und ich hatte total Lust auf einen Jeans Rock. Ich hab mich so gefreut, als ich den gefunden hab, der vom Schnitt her ganz genau das ist was ich wollte.

Ergo: Second Hand macht glücklich! 🙂

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Allgemein | Mode

2 Jahre schon

7. September 2018

Jetzt sind es schon 2 Jahre seit ich mit „jeden Tag das gleiche Outfit“ angefangen habe. Seit 2 Jahren trage ich in meinem beruflichen Alltag jeden Tag eine schwarze Stoffhose und eine helle Bluse. Nach wie vor trag ich das Outfit gern. Im Urlaub habe ich selbstverständlich nicht meine Uniform getragen, sondern kurze Hosen, Tops, Bikini, Kleider, Röcke usw. Das heißt, dass ich jeden Tag überlegt habe was ich anziehe. Das tragen von Sommerkleidung war total toll, aber das aussuchen und überlegen hat mich irgendwann genervt. In so fern hab ich mich richtig auf meine Uniform gefreut!

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Allgemein | Konsumverzicht | Mode | Müllvermeidung

die lange Reise einer Jeans

13. September 2017

Habt ihr Euch schon mal überlegt wo eure Kleidung denn überall schon war bevor sie zu Euch kam?

Anbei mal ein Beispiel einer Jeans:

Kasachstan – Baumwollanbau, Bangladesch – Garnspinnerei, Taiwan – Weberei, Tunesien – Färberei, Bulgarien – Stoffveredelung, China – Näherei, Griechenland – Jeansveredelung, Westeuropa – Verkauf

Ich denke nach so einer langen Reise hat die Jeans echt verdient, dass wir sie lange wertschätzen und tragen und pflegen!

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Einmischen | Konsumverzicht | Mode

Bündnis für nachhaltige Textilien

7. Juni 2017

Heute schreibe ich über das „Bündnis für nachhaltige Textilien“.

Nachdem am 24. April 20143 der Gebäude Komplex Rana Plaza in Bangladesh eingestürzt ist, bei dem  1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden gab es einen großen Aufschrei in der Bevölkerung. Modelabels und die Bundesregierung mussten handeln. Diverse Bündnisse wurden gegründet, z.B. das Textilbündnis. Das ist, was  sich das Textilbündnis auf die Fahnen schreibt: Das klingt ja erst mal gut.

Die Multi-Stakeholder Initiative, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Standardorganisationen und Gewerkschaften, wird die Kraft und Expertise seiner Mitglieder bündeln, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. Dabei zielt das Textilbündnis darauf ab, gemeinsame Herausforderungen effektiver zu lösen, Synergien in gemeinsamen Projekten vor Ort zu nutzen, voneinander zu lernen und so Rahmenbedingungen in den Produktionsländern zu verbessern.

Das klingt ja erst mal gut. Ich habe dann genauer recherchiert und herausgefunden, dass 150 Labels teilnehmen, und es einen Aktionsplan gibt in dem geregelt wird wie die definierten Ziele erreicht werden. Und dann habe ich aufmerksam den Aktionsplan gelesen. Und es steht nichts drin! Kein einziges konkretes Ziel. Ein konkretes Ziel ist für mich: wer macht was bis wann.

Mein nachfragen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die sozusagen „Schirmherren“ sind ergab folgende Antwort: 150 Mitglieder haben bis 31.3. 2017 ihre sog. „Roadmap“ abgegeben. (…)  konkrete Ziele und Maßnahmen festgelegt, die sie bis Ende 2017 erreichen wollen. (…) Als Ministerium haben wir derzeit (noch) keine Einsicht in die Roadmaps der anderen Bündnismitglieder. Der Prozess der Auswertung hat eben erst begonnen und die Eintragungen für 2017 werden derzeit einer Plausibilitätsprüfung durch den unabhängigen Dritten unterzogen. Die Roadmap der Bundesregierung wird vorauss. zur Jahresmitte veröffentlicht (wir müssen noch die Rückmeldung der Plausibilitätsprüfer abwarten). Nicht alle Bündnismitglieder werden die Roadmaps veröffentlichen, denn verpflichtend veröffentlicht werden müssen die Roadmaps erst nächstes Jahr. Aber die, die die Roadmaps öffentlich machen, werden sie auf ihre Unternehmenswebsite stellen. Sie werden zudem auf www.textilbuendnis.com im Lauf des Sommers voraussichtlich veröffentlicht werden.

Also kurz gesagt: Hunderte Tote in der Textilindustrie 2013, dann große Trauer und Bestürzung und bis Ende 2017 passiert nichts! Provokant gesagt: Wieso auch. Das Unglück ist schon 4 Jahre her, der Konsument vergisst und freut sich über T-Shirts für 3 Euro…

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Allgemein | Mode

Lohnpolitik Modebranche

25. Mai 2017

Vor vielen Jahren bin ich beim Lesen einer christlichen Frauenzeitschrift über einen kleinen Artikel gestoßen, der mich beschäftigt hat. Kürzlich habe ich gesehen, dass er mich sogar so sehr beschäftigt hat, dass ich ihn aufbewahrt habe. Es ging um die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Hier für Euch zur Info mal die Preiszusammensetzung einer Jeans (Quelle: Greenpeacemagazin, Textilfibel):

50% Einzelhandel, Verwaltung und Mehrwertsteuer

25% Markenname, Verwaltung und Werbung

13% Material und Gewinn der Fabrik im Billiglohnland

11% Transport,  Steuern und Import

1% ArbeiterIn

Würde die Arbeiterin also so entlohnt werden, dass sie von ihrem Lohn leben könnten, würde sich dies noch nicht mal großartig auf den Verkaufspreis auswirken! Darum sage ich hier, und in meinen Vorträgen: Ich fordere die Modebranche auf ihre Lohnpolitik zu verändern! Ich werde erst dann wieder Kleidung von konventionellen Marken kaufen, wenn sich die Situation in den Billiglohnländern verändert hat.

Bereits jetzt, nach wenigen aktiven Wochen habe ich über 2500 Besucher pro Monat auf meinem Blog. Daraus schließe ich, dass Euch das Thema „nachhaltige Kleidung“ wichtig ist. Ich bin überzeugt, wenn mehr Menschen klar Stellung beziehen und Fairantwortung übernehmen können wir etwas verändern.

Oder wie Sina Trinkwalder sagt:

„Was kann ich als einzelner schon ändern?“ fragte die Menschheit? „Alles“ sagte die Zuversicht.

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