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Leben bis zuletzt

23. Januar 2019

Sterben. Ein schwieriges Thema. Aber eines, das uns alle betrifft. Ein Thema, das mich betroffen macht. Wie kann man Sterbenden das Leben leichter machen? Gibt es „gutes Sterben“?

Prof. Dr. med. Sven Gottschling ist Palliativmediziner und hat aus seinen Erfahrungen dieses Buch geschrieben. Sachlich, aber trotzdem menschlich berichtet er von seiner Arbeit, gleichzeitig liefert er Fakten und nimmt dem Thema so seine Unklarkeit.

Es fällt mir schwer zu sagen “ Es ist ein tolles Buch!“, denn es ist auch ein schweres Buch, das mich an meine Grenzen geführt hat. Aber es ist definitiv ein Buch, das jede/r gelesen haben sollte, die/der mit dem Sterben zu tun hat. Und das sind wir letzten Endes alle.

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Die Geschichte des Wassers

11. Januar 2019

Endlich mal wieder ein gutes Buch! Innerhalb von 2 Tagen habe ich über Weihnachten die 474 Seiten verschlungen.

Das Buch besteht aus 3 Handlungssträngen. Einmal begleitet der Leser die fast 70 jährige Norwegin Signe auf ihrer Reise mit dem Segelschiff von Norwegen nach Frankreich im Jahr 2017. Dabei gibt es Rückblenden in die Kindheit von Signe. Nach und nach werden die Vergangenheit und die Gegenwart von Signe zu einem Bild. Signe ist Journalistin und Umweltaktivistin. Der 3. Handlungsstrang spielt 2041 in Frankreich und begleitet den Flüchtling David mit seiner Tochter Lou. Die beiden sind Klimaflüchtlinge und sind auf dem Weg in eines der „Wasserländer“ (so werden im Buch die Nordeuropäischen Länder bezeichnet, in denen es noch regnet). In Südeuropa hat es seit Jahren nicht geregnet, in Spanien gab es bereits einen Bürgerkrieg um den Fluss Ebro.

Wie diese 3 Handlungsstränge zusammen gehören, und was Signe und David verbindet erzähle ich hier jetzt der Spannung wegen nicht…. 🙂

Das Buch hat mich aufgewühlt und geschockt. Bilder von Flüchtlingslagern habe ich vor Augen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Europäer auf der Flucht sind. Andererseits hat es bei uns im Sommer 2018 fast 3 Monate lang nicht geregnet.

Ein gutes Buch, das ich gerne ausleihe.

Das Erstlingswerk der Autorin Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“ steht jetzt auf meiner Lese-Wunsch-Liste.

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Nudges

5. Januar 2019

Mal wieder: Nicht lesenswert! Schade!

Ich bin mit großen Erwartungen an dieses Buch dran gegangen: Beruflich und privat hat mich das Thema interessiert. Letzten Endes habe ich mich aber durch 2/3 des Buchs gequält. Es wird sehr ausführlich darauf eingegangen was Unternehmen oder Staaten tun können um Mitarbeiter oder Einwohner dazu zu bringen mehr für die private Rentenversicherung zu tun. Dies aber alles aus amerikanischer Sicht. Für mich als Deutsche leider großteils nicht zutreffend. Auf wenigen Seiten wird noch auf Umweltaspekte eingegangen, aber viel zu wenig, und meiner Meinung nach auch überaltet. Eine Idee wie Hotels den Stromverbrauch reduzieren können war z.B., dass die Türen mit eine Karte geöffnet werden, und diese Karten dann im Zimmer eingesteckt werden müssen, damit das Licht und die Klimaanlage funktioniert. Ja, das ist eine geniale Idee, aber sie wird seit bestimmt 10 Jahren in Europa umgesetzt, und inzwischen auch in USA. Somit nicht mehr wirklich erwähnenswert.

Das Fazit des Buches ist: Wenn man will, dass jemand etwas tut, muß man es der Person so einfach wie möglich machen dies zu tun.

Als wir vor einigen Tagen einen Strafzettel erhalten haben musste ich daran denken. Auf dem Strafzettel war nämlich ein QR-Code abgedruckt. Das Scannen führte zur PayPal Seite, und der Strafzettel konnte innerhalb 1 Minute gezahlt werden. Ich bin mir sicher, dass die Gemeinde seit Einführung dieses Zahlungsmethode deutlich weniger Geld und Zeit für Mahnungen ausgibt!!

Wie immer: ich verleihe das Buch gern!

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lesenswert?

5. November 2018

Irgendwie hab ich grad kein Glück mit meinen ausgesuchten Büchern. Ich habe schon wieder eine Buchempfehlung die eigentlich keine ist. Ich bewundere Sina Trinkwalder sehr, ich habe hier ja schon öfter über sie geschrieben. Hier gehts zu ihrem Wikipedia Artikel. Sie fertigt in Augsburg Bio-Kleidung mit Näherinnen die es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht geschafft haben. In Deutschland Bio Kleidung zu produzieren ist bewundernswert, und die ersten beiden Bücher von ihr habe ich sehr gerne gelesen. Hier ist zB eine Buchempfehlung. Und jetzt habe ich ihr neuestes Buch gelesen „Im nächsten Leben ist zu spät“. Bzw. ich habe angefangen es zu lesen. Denn ich habe aufgehört. Und das passiert mir echt selten. Im Buch erzählt Sina von sich. Und von sich. Und von sich. Und das fand ich schwierig. Keine gut recherchierten Fakten wie in den letzten Büchern, sondern es dreht sich nur um Sina. Und teilweise leider mit pauschalen Aussagen und irgendwie „Küchentischphilosophie“.  Schade!

Aber wie immer gilt: Sehr gerne verleihe ich das Buch.

 

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nicht lesenswert?

14. Oktober 2018

Also heute gibts mal wieder eine Buchempfehlung. Bzw. heute nicht. Das Buch „Hochdeutschland“ von Alexander Schimmelbusch wurde in der Zeit empfohlen. Und der Inhalt hat mich angesprochen. In Amazon steht: In seinem Roman wirft Alexander Schimmelbusch ein grelles Licht auf die deutsche Volksseele und stellt die zentralen Fragen unserer Zeit: Ist unser System kaputt? Was ist Elite? Können wir überhaupt noch kommunizieren? Haben wir Prinzipien? Welchen Preis zahlt man dafür, nach seinen eigenen Regeln zu leben? Ist es Zeit für einen radikalen Neuanfang? Für eine Stunde null, wie nach einem Krieg? Klingt doch echt interessant, oder? Aber irgendwie habe ich auf den 214 Seiten weder diese Fragen gefunden noch Antworten darauf. Sondern nur wirre Erzählungen. Ich möchte aber auch nicht ausschließen, dass ich das Buch vielleicht nicht verstanden habe…

Wie auch immer: Gerne leihe ich es aus… 🙂

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Helix

24. August 2018

Ja, ich hab grad bisle Zeit zum lesen… 🙂 Ein weiteres tolles Buch von Marc Elsberg. Wie auch seine beiden anderen Bücher hab ich es verschlungen (hab für die ca. 400 Seiten in Summe vielleicht 6 Stunden gebraucht 🙂 ). Es ist ein Roman in dem es um Wissenschaftler geht (naja, zumindest im weitesten Sinn, will aber nicht zu viel verraten), die Gene verändern. Und war Gene von Pflanzen, Tieren, aber eben auch Menschen. Und das eskaliert dann eben…

Ein erschreckender Roman, der wünschen lässt, dass es nie soweit kommt…

Wie immer: wer das Buch ausleihen möchte kann sich gerne melden!

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Hirten, Jäger, Kritiker

17. August 2018

Dieses Buch habe ich in den letzten Tagen gelesen. Ehrlich gesagt hatte ich mir etwas mehr davon versprochen und habe mich somit bisle durchgequält. Ich hatte mit konkreteren „Lösungsvorschlägen“ gerechnet, allerdings war das vielleicht mein Fehler. Richard David Precht ist Deutschlands bekanntester Philosoph (und Philosophen machen nun mal keine Verbesserungsvorschläge, sondern philosophieren über Themen…) und beschreibt in seinem Buch eine Utopie für Deutschland. Also wie Deutschland im besten Fall im Jahr 2040 aussehen könnte. Wie wir dahin kommen können bleibt aber eben offen.

Wie immer verleihe ich es bei Interesse gerne!

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Löwen wecken

11. August 2018

Schon lange hat kein Buch mehr solche Gefühle in mir ausgelöst. Dabei klingt der Klappentext noch relativ harmlos: Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft.

Die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen schreibt offenkundig eine Geschichte über einen erfolgreichen Arzt und eine illegale Einwanderin. Aber sie schreibt auch über Moral, Anerkennung, Lüge, Zufall, Angst, Rassismus, Eifersucht, Chancen, Liebe und Hass.

Es gab während des lesens Stunden in denen ich nicht weiter lesen wollte, da mich das Verhalten der Protagonisten entsetzt hat, und es gab Stunden in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, weil ich wissen wollte wie es weiter geht.

Somit: Ein tolles Buch, das ich jederzeit gerne ausleihe.

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Wenn Männer mir die Welt erklären

7. August 2018

Kennt ihr auch diese Situation: Ein Mann erklärt Euch ausführlich ungefragt ein Thema, bzw. seine Sicht auf ein Thema. Unabhängig davon, ob es euch interessiert, oder ihr Euch in diesem Thema vielleicht besser auskennt als er.

So geht es mir manchmal, und so geht es Rebecca Solnit, der Autorin des Buchs „Wenn Männer mir die Welt erklären“. Gleich am Anfang des Buches erzählt sie eine entsprechende Geschichte. Der Großteil des Buches geht es aber dann um andere  feministische Themen (heißt es gibt auch keinen Ratschlag wie man mit Erklär-Männern umgehen sollte).  Das Buch ist interessant, aber über weite Strecken wurden Probleme angesprochen die ich nicht habe (z.B. körperliche Gewalt gegen Frauen). Mitgenommen hab ich aus dem Buch aber trotzdem 2 Dinge:

1.: Its a mans world! Und oft ist das für uns so selbstverständlich, dass es uns schon gar nicht mehr auffällt. Ein Beispiel aus dem Buch: Auf dem Campus einer Uni in den USA passierten nachts vermehrt Vergewaltigungen von Frauen. Die Maßnahme der Verwaltung die ergriffen wurde war ein Ausgehverbot für Frauen. Scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar und logisch. Der gleiche Effekt (Vergewaltigungen vermeiden) hätte aber auch durch eine Maßnahme erzielt werden können die nicht die Opfer „bestraft“ hätte, nämlich durch ein Ausgehverbot für Männer! Was kann ich tun, was könnt ihr tun, um Frauen besser in den Focus zu bekommen, damit die Sichtweise und Lebensweise von Frauen Beachtung findet? Ich denke es geht nur, wenn wir Verantwortung übernehmen. Verantwortung in der Politik, im Ehrenamt, im Beruf. Und das führt mich zu meinem 2. Punkt.

2. Wir können etwas verändern in dem wir sichtbar werden! Über Jahrhunderte waren Frauen in der Gesellschaft „unsichtbar“, teilweise tatsächlich unsichtbar (Arbeitsbereich zu Hause, oder z.B. durch „Verhüllung“ von Frauen), oder auch durch andere Punkte. Hier schreibt Rebecca Solnit z.B. über Ahnenstammbäume in denen teilweise nur die Männer genannt werden, oder auch ein ganz alltägliches Beispiel die Tradition dass Frauen den Nachnamen des Mannes annehmen und so ihre Geschichte“unsichtbar“ wird (in englisch sprachigen Ländern ist es ja heute teilweise noch so, dass Frauen nach der Heirat Frau Robert Müller heißen). In mir hat dieser Gedanke von Rebecca Solnit zweierlei ausgelöst. Erstens: bin ich sichtbar?  Und zweites: ich möchte andere Frauen sichtbar machen. Bin ich sichtbar? Ich denke ja. Auch dadurch, dass ich eine große Frau bin (175cm ist nicht klein). Vor allem bin ich aber hörbar. Auch in einer Gruppe Männer ergreife ich das Wort, mache auf meine Ideen aufmerksam, verteidige mich. Sicherlich manchmal noch ausbaufähig, aber schon mal nicht schlechte. Viel wichtiger ist aber, dass ich andere Frauen sichtbar mache. Ich habe mir vorgenommen in Besprechungen noch verstärkter auf die Redebeiträge von Frauen zu reagieren. Gute Ideen zu benennen und die Frau mit Namen anzusprechen. Ich denke dies ist eine Kleinigkeit, kann aber helfen, dass wir Frauen sichtbarer werden.

Was denkt ihr über diese 2. Punkte?

Das Buch leihe ich wie immer natürlich gerne aus!

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Die Menschheit hat den Verstand verloren

9. Mai 2018

Momentan lese ich die Tagebücher von Astrid Lindgren von 1939 – 1945. Am Tag des Überfalls auf Polen beginnt Astrid Lindgren Tagebuch zu schreiben. Durch die Neutralität Schwedens wird das Leben von Astrid Lindgren zwar nicht direkt vom Krieg beeinflußt, ihr Alltag aber durchaus. So schreibt sie zum Beispiel von Lebensmittelrationierungen, Übungen usw. aber hauptsächlich schreibt sie ihre Meinung zum aktuellen Kriegsgeschehen nieder. Und das ist wirklich interessant zu lesen. Ich tauche mit Astrid Lindgren ein in die Kriegsjahre und verfolge so das Geschehen aus einem Blickwinkel mit, den ich bisher nicht hatte. Zum Beispiel wird mir erst jetzt so richtig klar, wie verrückt es war, dass meine Großeltern in dieser Zeit Kinder in die Welt gesetzt haben!

Am meisten berührt mich aber Astrid Lindgrens Dankbarkeit. Um sie herum tobt der Krieg und sie kann sicher im neutralen Schweden leben. Sie ist sich dieses Privilegs bewusst. Das kommt in den Tagebüchern ganz klar raus. Ihre Aufschriebe diesbezüglich bringen mich zum Nachdenken über mein eigenes privilegiertes Leben. In vielen Ländern der Welt herrscht Krieg und Terror, und auch in Deutschland gibt es Menschen die in Armut und Angst leben. Das alles ist weit weg von meinem Alltag, und ich habe nichts dafür getan, dass ich so leben kann wie ich lebe. Auch ich empfinde dieses Privileg als Gnade.

 

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