Annette bloggt

Mein Weg zu mehr Fairantwortung
vegan

1. Jahrestag

1. Januar 2020

Der 1. Januar 2020 ist mein erster veganer Jahrestag. Wow, schon ein Jahr vorbei. Was als Idee und Experiment mit dem Veganuar (vegan im Januar) begann, ist jetzt schon seit 12 Monaten normal. Hier nun mein Fazit:

körperlicher/gesundheitlicher Aspekt:

  • ich fühle mich fit, meine Blutwerte sind gut
  • ich habe 4kg abgenommen
  • meine Fingernägel sind stabiler
  • meine Haut ist reiner

Willenskraft:

Ich fand es nur bedingt schwer mich vegan zu ernähren. Bei was es mir allerdings schwer fällt ist süsses Gebäck. Ich esse einfach gerne süß. Wenn dann im Büro jemand z.B. Geburtstag hat und Kuchen mitbringt esse ich eben ein Stück. Aus Gründen der Höflichkeits, aber auch weil es mir schwer fällt mich zurück zu halten. Gleiches galt jetzt in der Weihnachtszeit mit selbstgebackenen „Breetle“. Da habe ich hin und wieder eines probiert, wobei ich manchmal auch meine eigenen veganen mitgenommen habe. Und ich esse weiterhin Honig (allerdings nur regionalen)!

Komplexität:

Grundsätzlich kann ich sagen: Es ist viel leichter mich vegan zu ernähren als ich gedacht habe. Besonders der Ersatz von Käse durch vegane Brotaufstriche war gar kein Problem. Es gibt so eine große Auswahl, und sie schmecken lecker (mein Favorit: Senf Ruccola!). Kuhmilch durch Pflanzenmilch zu ersetzen ist auch sehr einfach. Geschmacklich finde ich Mandelmilch am besten, durch die etwas schlechtere Umweltbilanz verwende ich aber Hafermilch. Allerdings benötige ich nur sehr wenig, da ich kaum Kaffe trinke, selten Müsli esse und auch nicht so oft backe.

Beim backen verwende ich anstatt Eiern Eiersatz aus Lupinien (gibt’s im EDEKA), und ich habe weder geschmacklich noch von der Konsistenz her einen Unterschied festgestellt. Anstatt Butter verwende ich Margarine. Da schmeckt mir die von Alsan am besten, leider ist sie aber mit Palmöl.

Generell zum Geschmack: der sich bei mir verändert! Dies stelle ich sei einigen Monaten fest. Denn Geschmack hat etwas mit Erfahrung und Erwartung zu tun. Da ich 40 Jahre lang Kuhmilch getrunken habe, hatte ich Anfangs mit Soja meine Probleme. Ich fand Soja Joghurt einfach widerlich. Kürzlich habe ich zum backen aber welchen gebraucht und habe den Rest dann mit Müsli gegessen. Ich fand ihn wunderbar. Mein Körper hat sich nach den paar Monaten nicht mehr an Joghurt aus Kuhmilch erinnert und somit keine Vergleich gezogen.

Das gleiche mit Würstchen aus Soja. Ich fand sie anfangs gar nicht lecker. Kürzlich habe ich sie mal wieder probiert, und fand sie durchaus essbar (und eine gute Ergänzung zu meinem Speiseplan).

Abwechslung:

Auf die Frage „Aber was isst Du denn dann überhaupt noch?“ finde ich immer nur schwer eine Antwort, weil ich die Frage wirklich seltsam finde. Für mich fühlt es sich an als ob ich alles esse. Ich verzichte auf nichts. Mir fehlt nichts. Ganz im Gegenteil. Ich habe den Eindruck, alsob ich mich abwechslungsreicher ernähre. Auch darum poste ich jede Woche auf Twitter, Instagram und hier meinen Essensplan. Sieht das für Euch nach langweiliger Ernährung aus? Trotzdem hier die Antwort was ich esse: Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Getreide, und alles was man daraus machen kann (z.B. also auch Nudeln, Pizza, Brot…). An Anfang hat mir dieses Buch dabei geholfen.

Die Kosten und die Regionalität:

Immer wieder höre ich, dass vegane Ernährung ja so teuer wäre, und dass Veganer ja die guten regionalen Lebensmittel verschmähen würden, und lieber Sachen essen würden die eingeflogen werden (Superfood…). Ich weiß nicht wo dieses Vorurteil her kommt. Obst und Gemüse ist bei uns nicht sehr teuer, und kann regional und saisonal gekauft werden. Hafermilch wird aus regionalem Hafer gemacht. Nudeln kaufe ich die von Albgold, oder ich esse italienische Nudeln die ich importiere…

Vielleicht denken die Kritiker an die Cashews, Erdnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, von denen Veganer mehr essen als carnivor essende Menschen. Ja, das stimmt. Diese Nahrungsmittel gibt es nicht regional, sondern müssen eingeflogen werden. Z.B. die CO2 Bilanz von Mandeln liegt bei ca. 260g pro 100g (inklusive Flug). Käse hat einen CO2 Verbrauch von 850g pro 100g. Es gibt, auch wenn das Kritikern schwer fällt zu glauben, Lebensmittel die regional aber trotzdem klimaschädlich sind!

Mein Gesamtfazit somit: Vegane Ernähung ist eine einfache und günstige Möglichkeit die Umwelt zu schützen, Tierleid zu verhindern und gesund zu leben, und ich werde 2020 somit weiter machen.

P.S.: Was ich mir für 2020 noch vorgenommen habe könnt ihr in meiner Kolumne auf Rottweil inside nachlesen.

P.P.S.: Noch ein Nachsatz: Pro Sieben (ja, nicht für wissenschaftlich fundierte, oder linksgrünversiffte Meinung bekannt) hat sich mit dem Thema Veganismus beschäftigt, und im Format Galileo diesen interessanten Film „Was wäre, wenn alle vegan leben würden?“ veröffentlicht. Viel Spaß beim anschauen!

P.P.P.S.: Falls Du vegane Ernährung sinnvoll, oder interessant findest, Du den vermeintlichen Aufwand aber scheust hier noch 3 Tipps:

  • Bestimmt gibt es schon Mahlzeiten in Deinem Repertoire bei Dir, die sowieso vegan sind. Koch die doch öfter, und schon sparst Du CO2!
  • Schon die Umstellung bei einem Lebensmittel nützt etwas. Wenn Du es Dir einfach vorstellst Käse auszutauschen, dann kauf doch einfach mal einen veganen Brotaufstrich. Oder wenn Du Milch eh nur im Müsli benutzt, dann versuch doch mal zu Müsil (meistens mit Haferflocken oder Nüssen) mal Hafermilch, oder Nussmilch…
  • Und nochmal der ultimative Tipp: Melde dich bei veganuar (es sind bereits 25.000 Teilnehmer registiert!) oder bei der internationalen Variante (ist trotzdem auf Deutsch!) veganuary (250.000 Teilnehmer weltweit, Update 2.1.20, 0:26 Uhr, inzwischen sind es 300.000 Anmeldungen!) an. Hier bekommst Du einen Monat lang täglich emails mit Tipps und Rezepten. Unabhänging vom Januar gibt es auch ein Programm von Peta, bei dem man jederzeit mitmachen kann. Du findest es hier

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