Lesenswert

Löwen wecken

11. August 2018

Schon lange hat kein Buch mehr solche Gefühle in mir ausgelöst. Dabei klingt der Klappentext noch relativ harmlos: Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft.

Die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen schreibt offenkundig eine Geschichte über einen erfolgreichen Arzt und eine illegale Einwanderin. Aber sie schreibt auch über Moral, Anerkennung, Lüge, Zufall, Angst, Rassismus, Eifersucht, Chancen, Liebe und Hass.

Es gab während des lesens Stunden in denen ich nicht weiter lesen wollte, da mich das Verhalten der Protagonisten entsetzt hat, und es gab Stunden in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, weil ich wissen wollte wie es weiter geht.

Somit: Ein tolles Buch, das ich jederzeit gerne ausleihe.

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Lesenswert

Wenn Männer mir die Welt erklären

7. August 2018

Kennt ihr auch diese Situation: Ein Mann erklärt Euch ausführlich ungefragt ein Thema, bzw. seine Sicht auf ein Thema. Unabhängig davon, ob es euch interessiert, oder ihr Euch in diesem Thema vielleicht besser auskennt als er.

So geht es mir manchmal, und so geht es Rebecca Solnit, der Autorin des Buchs „Wenn Männer mir die Welt erklären“. Gleich am Anfang des Buches erzählt sie eine entsprechende Geschichte. Der Großteil des Buches geht es aber dann um andere  feministische Themen (heißt es gibt auch keinen Ratschlag wie man mit Erklär-Männern umgehen sollte).  Das Buch ist interessant, aber über weite Strecken wurden Probleme angesprochen die ich nicht habe (z.B. körperliche Gewalt gegen Frauen). Mitgenommen hab ich aus dem Buch aber trotzdem 2 Dinge:

1.: Its a mans world! Und oft ist das für uns so selbstverständlich, dass es uns schon gar nicht mehr auffällt. Ein Beispiel aus dem Buch: Auf dem Campus einer Uni in den USA passierten nachts vermehrt Vergewaltigungen von Frauen. Die Maßnahme der Verwaltung die ergriffen wurde war ein Ausgehverbot für Frauen. Scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar und logisch. Der gleiche Effekt (Vergewaltigungen vermeiden) hätte aber auch durch eine Maßnahme erzielt werden können die nicht die Opfer „bestraft“ hätte, nämlich durch ein Ausgehverbot für Männer! Was kann ich tun, was könnt ihr tun, um Frauen besser in den Focus zu bekommen, damit die Sichtweise und Lebensweise von Frauen Beachtung findet? Ich denke es geht nur, wenn wir Verantwortung übernehmen. Verantwortung in der Politik, im Ehrenamt, im Beruf. Und das führt mich zu meinem 2. Punkt.

2. Wir können etwas verändern in dem wir sichtbar werden! Über Jahrhunderte waren Frauen in der Gesellschaft „unsichtbar“, teilweise tatsächlich unsichtbar (Arbeitsbereich zu Hause, oder z.B. durch „Verhüllung“ von Frauen), oder auch durch andere Punkte. Hier schreibt Rebecca Solnit z.B. über Ahnenstammbäume in denen teilweise nur die Männer genannt werden, oder auch ein ganz alltägliches Beispiel die Tradition dass Frauen den Nachnamen des Mannes annehmen und so ihre Geschichte“unsichtbar“ wird (in englisch sprachigen Ländern ist es ja heute teilweise noch so, dass Frauen nach der Heirat Frau Robert Müller heißen). In mir hat dieser Gedanke von Rebecca Solnit zweierlei ausgelöst. Erstens: bin ich sichtbar?  Und zweites: ich möchte andere Frauen sichtbar machen. Bin ich sichtbar? Ich denke ja. Auch dadurch, dass ich eine große Frau bin (175cm ist nicht klein). Vor allem bin ich aber hörbar. Auch in einer Gruppe Männer ergreife ich das Wort, mache auf meine Ideen aufmerksam, verteidige mich. Sicherlich manchmal noch ausbaufähig, aber schon mal nicht schlechte. Viel wichtiger ist aber, dass ich andere Frauen sichtbar mache. Ich habe mir vorgenommen in Besprechungen noch verstärkter auf die Redebeiträge von Frauen zu reagieren. Gute Ideen zu benennen und die Frau mit Namen anzusprechen. Ich denke dies ist eine Kleinigkeit, kann aber helfen, dass wir Frauen sichtbarer werden.

Was denkt ihr über diese 2. Punkte?

Das Buch leihe ich wie immer natürlich gerne aus!

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Allgemein

heiß

1. August 2018

Die Anerkenung des globalen Klimawandels scheint davon beeinflusst zu sein, ob Menschen selbst bereits Rekordtemperaturen erlebt haben. Felix Pretis, Klimaökonom

Und… schwitzt ihr? Unangenehm, oder? Wie gehts Euch mit der (anhaltenden) Hitze? Also ich bin echt dauer-schlapp, mir machts zu schaffen. Und dem Hund auch…! Vor allem im Büro (ohne Klimaanlage) ist es nachmittags fast unerträglich. In vielen Ländern der Erde ist der Klimawandel schon länger zu spüren (Ernteausfälle durch Trockenheit, aber auch starke Regenfälle und Überschwemmungen), und spätestens diesen Sommer fällt es auch in Deutschland leichter den Klimawandel als Tatsache anzuerkennen. Aber was machen wir mit dieser Erkenntnis?Hier habe ich einen interessanten Artikel zum Thema Hitze und Klimawandel verlinkt (aus dem auch o.g. Zitat stammt).

 

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